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Diese liegt an der Medialseite des Fersenbeines.
Unterstützt wird die Spornentstehung durch eine
Senkungsdeformität des Fußes. Durch valgische
Stellung (vermehrte Gewichtsaufnahme des
Rückfußußinnenrandes) des Fersenbeines kommt es
zu stärkerer Belastung der Rückfußinnenseite.
Häufig ist diese Fehlstellung mit einer
zusätzlichen Abflachung des Fußlängsgewölbes
kombiniert. Dieser Knick-Senk-Fuß besteht als
physiologische Komponente im Kleinkindalter, die
sich im Wachstumsalter spontan korrigieren kann.
Bei Fortbestehen bis ins Erwachsenenalter bringt
die Abflachung des Längsgewölbes eine vermehrte
Zugbelastung im Ansatzbereich der Plantarfaszie
sowie der kleinen Fußmuskeln im Sinne einer
Sehnenansatzreizung. Eine weitere Folge dieser
architektonischen Fußveränderungen ist eine
Verschiebung der Auflagefläche des Fußes
sohlenwärts. Dadurch wird auch die
Ursprungsregion der Plantarfaszie verstärkt
belastet.
Bei vermehrter Belastung der Achillessehne im
Ansatzbereich am Tuber calcanei kann es
ebenfalls zu knöchernen Ausziehungen kommen, die
entsprechend als hinterer oder oberer Fersenporn
bezeichnet werden.
Fehlbelastung im Rückfußbereich sowie der
Umstand mangelnder Knochenhautunterminierung im
Ansatzbereich der Plantaraponeurose und der
kleinen Fußmuskeln (M. abductor hallucis, M.
flexor digitorum brevis) am Tuberculum mediale
des Fersenbeines (Calcaneus) tragen neben
überhöhtem Körpergewicht zur
Beschwerdeausprägung in dieser Region bei.
Vermehrt beobachtet wird die Ausprägung eines
Fersenspornes bei Grunderkrankungen wie Diabetes
mellitus, Psoriasis, Morbus Bechterew und dem
Reiter-Syndrom.
Aber auch ohne nachvollziehbare Spornentwicklung
im Röntgenbild kann das typische Krankheitsbild
des Fersenspornes auftreten. Bei vorbestehender
Fußdeformität treten die Schmerzen mit gleicher
Intensität und Lokalisation auf. Typischerweise
besteht dabei neben dem stechenden Schmerz unter
der Ferse eine ausgeprägte
Druckschmerzhaftigkeit am Vorderrand des Tuber
calcanei mediale.
Die Angaben über die Häufigkeit des Auftretens
schwanken in der Literatur zwischen 1% bis hin
zu 20%. Einschränkende Beschwerden werden bei
etwa 50% der Betroffenen angegeben. Das
erstmalige Auftreten liegt meist im mittleren
Lebensalter. Das weibliche Geschlecht ist
dreimal häufiger betroffen als das männliche.

Bei Betrachtung der Ansatzregion der
Plantarfaszie sowie der Muskulatur in der Region
des Tuberculum mediale calcanei kann die
Fasciitis plantaris als Sehnenansatzreizung
verstanden werden. Verstärkt werden kann das
Beschwerdebild durch die unteren Extremitäten
belastenden Sportarten, Übergewicht oder
stehende Berufsausübung.
Feingewebliche Untersuchungen an
Leichenpräparaten der Plantarfaszie sowie der
kleinen Fußmuskeln zeigten im Ansatzbereich
Auflockerungen der kollagenen Fasern. Weiter
beschrieben wurden Fibrinverquellungen,
fibrotische Verdickungen und fettige
Degeneration. Daraus wurde die Ausprägung
narbiger Veränderungen mit Entwicklung von
Nekrosen erklärt. Damit einher gingen
Veränderungen der knorpelbildenden Zellen sowie
Verkalkungen im Sehenansatzbereich. Diese
Ablagerungen sind als Korrelat für die Defizite
des lokalen Stoffwechselgeschehens der
Plantarfaszie zu bewerten.

Im Vordergrund der Beschwerden stehen in der
Regel unter der Ferse lokalisierte, punktuell
stechende Schmerzen. Sie treten überwiegend
belastungsabhängig auf, werden nicht selten bei
langem Bestehen auch als nächtliche, akut
auftretende Ruheschmerzen beschrieben. Durch
Druckausübung am medialen Anteil der Ferse läßt
sich bei einer Untersuchung der geklagte Schmerz
reproduzieren. Ebenfalls als druckschmerzhaft
wird das Betasten im Verlauf der Plantarfaszie
empfunden. Insbesondere der Vorderrand des
Tuberculum mediale calcanei erweist sich als
besonders schmerzempfindlich. Der Sporn als
solcher ist unter dem ausgeprägten
Weichteilmantel der subcalcanearen Region nicht
tastbar.
Nicht selten berichten Patienten auch über eine
Fortleitung des Schmerzes in den Unterschenkel.
Verstärkt werden die Beschwerden durch Laufen
auf hartem Untergrund oder barfüßiges Gehen.
Diese Symptomatik kann so limitierend sein, daß
ausgeprägte Gehbehinderungen bis hin zum Verlust
der Gehfähigkeit zu beobachten sind.
Charakteristik und Lokalisation der
Spornbeschwerden führen beim Patienten oft zu
einer vermeintlichen Schonhaltung beim Gehen.
Die Schrittlänge wird reduziert. Eine
Teilbelastung beim Auftreten wird angestrebt,
die unter betontem Aufsetzen des Fußaußenrandes
in einer Varusfehlhaltung realisiert wird.
Die Beschwerdesymptomatik kann mit der
Sporngröße korrelieren. Aber nicht immer läßt
sich ein direkter Rückschluß zwischen Schmerz-
und Röntgenbild herleiten. Die fast immer spitz
zulaufende und in der Röntgendokumentation
dornartig imponierende knöcherne Ausziehung kann
zwischen zwei Millimetern und über deutlich
einen Zentimeter groß sein.
Differentialdiagnostisch muß bei akut
auftretender Schmerzhaftigkeit in dieser Region
eine Ruptur der Plantarfaszie ausgeschlossen
werden. Weitere Ursachen können von einer akuten
Entzündung des subcalcanear gelegenen
Schleimbeutels, rheumatoider Arthritis, erhöhten
Harnsäureretensionswerte oder einer Zyste im
Fersenbein herrühren.

Der Literatur sind über 40 konservative
Behandlungsvorschläge zu entnehmen. Deren Ziel
bleibt dabei aber stets nur die symptomatische
Beseitigung des Reizzustandes.
Neben dieser rein symptombezogenen
Schmerzbehandlung kann jedoch sehr wohl durch
korrigierende Maßnahmen der Fußfehlstellung
Linderung bis hin zur völligen Schmerzfreiheit
erreicht werden.
Die symptomorientierte Einlagenversorgung
beinhaltet nahezu immer nur eine Weichbettung
des Rückfußes mit eingearbeiteter Aussparung des
Schmerzareales. Diese Weichbettung der Ferse hat
ein Tiefertreten des Rückfußes zur Folge, was
eine Mehrbelastung der Plantaraponeurose
bedingt. Außerdem führt die Aussparung im
Schmerzbereich zu einer quetschungsartigen
Dauerdruckstelle, die die lokale Durchblutung
empfindlich ungünstig beeinflußt. Sowohl
dynamische als auch statische
Belastungsmessungen können diesen Umstand
hinreichend belegen.
Nahezu alle betroffenen Patienten berichten aus
ihrer persönlichen Schuhkarriere vom Tragen
eines Schuhs mit einem sogenannten negativen
Fußgewölbe (z. B. Birkenstock). Bei einer
solchen Gewölbekonstruktion im Schuh steht unter
Belastung der Rückfuß tiefer als der Vorfuß.
Dies wiederum bedingt ein Tiefertreten des
Fersenbeines. Weil am Fersenbein die
Achillessehne ansetzt, kommt es dadurch zu einer
vermehrten Vorspannung der Sehne, was
insbesondere den Vorderrand des Fersenbeines
sohlenwärts sinken läßt. Somit wird die
schmerzhafte Ansatzregion der Plantarfaszie
einer wesentlich stärkeren statischen Belastung
ausgesetzt, was die Symptomatik des
Fersenspornschmerzes unterhalten oder sogar
verstärken kann.
Beim korrigierenden Therapieansatz wird eine
Beseitigung der fußformbedingten Fehlbelastung
angestrebt und bei genügender Redressierbarkeit
(Verformbarkeit des Vorfußes gegen den Rückfuß)
des Fußes auch erreicht. Das zu flache
Längsgewölbe wird durch Einarbeiten einer
Abstützung in die Einlage angehoben. Eine
Torsion des Rückfußes gegen den Vor- und
Mittelfuß wird durch Auskorrigieren der
Pronationsfehlstellung der Ferse erreicht. Dies
führt zu einer Entlastung der Aponeurose im
Ansatzbereich genauso wie über dem gesamten
Verlauf. Dabei sollte die gefertigte Einlage
fußsohlenlang gewählt werden, um ein Verrutschen
im Schuh zu verhindern. Ferner kommt es bei
kürzeren Einlagen recht häufig zu einer Zunahme
der ohnehin schon bestehenden Fehlbeschwielung
mit Hornhaut auf der Fußsohle. Dabei muß
besonders auf die Qualität des Abdruckes zur
Einlagenfertigung geachtet werden. Dieser sollte
am besten in Gips gefertigt werden.
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